To: LWL Direktor Matthias Löb, LWL Unternehmensbeteiligung Markus Dillmann

LWL - raus aus Kohle, Öl und Erdgas - angefangen bei RWE

LWL - raus aus Kohle, Öl und Erdgas - angefangen bei RWE

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe soll keine neuen Investitionen in fossile Brennstoffe mehr tätigen und eigene Anteile an direkten und indirekten Investments innerhalb der nächsten 5 Jahre abstoßen. Dazu gehören Aktien, Mischfonds, Unternehmensanleihen und sonstiges Kapital, das Erdöl-, Erdgas- und Kohleunternehmen beinhaltet.

Why is this important?

Der neue Klimavertrag von Paris leutet eindeutig das Ende der fossilen Energien ein. Die globale Erderwärmung - bereits spürbar auch in Deutschland - kann nur aufgehalten werden, indem wir Kohle, Öl und Gas im Boden lassen.

Doch was hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe damit zu tun? Der LWL hat sicherlich eine besondere Verantwortung für unsere Region. Sowohl im Sozialen als auch Kulturellen leistet der LWL wertvolle Arbeit. Im Bereich Klimaschutz hat er seit 2010 besonderes Engagement gezeigt. Der Tag der erneuerbaren Energien und ihre Projekte im Bereich Energieeffizienz gehören dabei zu seinen Vorzeigeprojekten. Nun hat der LWL wieder die Möglichkeit eine Vorreiterrolle im Klimaschutz einzunehmen.

Zum Hintergrund: Der im letzten Jahr veröffentlichte neuste Bericht des Weltklimarats spricht eine deutliche Sprache. Wenn wir den Klimawandel auf unter 2º Celsius begrenzen wollen, darf der Großteil der fossilen Energiereserven wie Kohle, Öl und Gas nicht verbrannt werden. Alles andere würde eine Destabilisierung des Klimas mit katastrophalen Folgen für Mensch und Natur nach sich ziehen. Laut Weltklimarat müssen Investitionen in fossile Energieträger jährlich um $30 Milliarden reduziert werden, während Investitionen in kohlenstoffarme Energiegewinnung um $147 Milliarden steigen müssen.

Außerdem ist damit zu rechnen, dass Unternehmen im fossilen Sektor in den kommenden Jahren stark an Wert verlieren werden, weil sie ihre Rohstoffvorkommen nicht mehr fördern und verkaufen können. Die Finanzwelt spricht von einer Kohlenstoffblase, die kurz davor ist zu platzen. Damit stellen Investitionen in fossile Energien ein hohes finanzielles Risiko dar. Die jüngsten Verluste von RWE und Eon verdeutlichen bereits heute, dass das Geschäftsmodell des fossilen Sektors nicht zukunftsfähig ist. Studien der Internationalen Energieagentur, der Universität Oxford sowie verschiedener Großbanken wie HSBC oder Citi warnen vor Investitionen in diesem Sektor.

Überall auf der Welt beginnen daher Städte, Gemeinden, Kirchen, Universitäten, Stiftungen und andere Institutionen, ihre Investments aus den 200 größten Kohle-, Erdöl- und Erdgasunternehmen abzuziehen. Seit kurzem ist Münster die erste Stadt Deutschlands, die sich der Divestment-Bewegung angeschlossen hat und ab 2016 ihre Pensionsfonds ohne Kohle, Öl und Erdgas führt. Ein solches Divestment erreicht zweierlei: Einerseits schützt es vor den Gefahren zukünftiger Wertverluste und sichert so nachhaltig die finanzielle Stabilität eines institutionellen Investors. Andererseits entzieht es klimaschädlichen Unternehmen die gesellschaftliche Zustimmung und trägt so zu dem Wandel bei, der aufgrund der Klimakrise notwendig geworden ist.

Weltweit haben bereits über 400 Institutionen und 2000 Einzelpersonen ein Gesamtvermögen von über € 2,6 Billionen deinvestiert und so von der fossilen Brennstoffindustrie abgezogen. Der LWL kann nun, wie die Stadt Münster, eine Vorbildrolle einnehmen und zeigen, dass eine nachhaltige Finanzpolitik mit Rücksicht auf Natur und zukünftige Generationen möglich ist.

Die globale Klimakampagne Fossil Free arbeitet mit Städten, Universitäten, Kirchen und anderen Institutionen in Europa, USA, Australien, Neuseeland, Japan, Kanada und Afrika zusammen, um gemeinsam gegen den Klimawandel und für eine lebenswerte Zukunft einzutreten.

Leider steht das bisherige Klimaschutzkonzept des LWL in krassem Kontrast zu den klimaschädlichen Beteiligungen bei RWE, dem Konzern, der es bisher nicht geschafft hat, auf Erneuerbare zu setzen und weiter am Klimakiller Braunkohle festhält. Der LWL hält 19 Millionen Euro in Beteiligungen an der RWE AG. Desweiteren hält der LWL 60.000 Euro Beteiligungen an der kommunalen Beteiligungsgesellschaft RWE. Die Finanzanlagen von 1,8 Mrd Euro (Buchwert 31.12.2013) könnten auch Investitionen in den fossilen Sektor beinhalten.

Münster, Deutschland

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Reasons for signing

  • Verantwortung für die Region übernehmen.
  • RWE zerstört weiterhin unsere Wälder. Das muss endlich aufhören.
  • Lieber LWL, Verantwortung zeigen heißt in die Zukunft investieren statt in die Zerstörung unseres Klimas.

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